Mittwoch, 3. Oktober 2007

Und wie groß ist Ihrer?

Ausnahmsweise möchte ich die hochverehrte Leserschaft einmal mit ein Bisschen Nerd-Stuff zwangsbeglücken.



Ob man hierbei wirklich schon von so etwas wie digitaler Kunst sprechen darf, lässt sich freilich diskutieren. Dass es bemerkenswert ist, wenn eine Minianwendung eine ganze Stadt samt Effektfeuerwerk aus dem Nichts heraus erzeugt und dabei nicht einmal 200KB (!!) Speicher benötigt, wird hier aber hoffentlich niemand diskutieren wollen.

Viel Spaß (und Staunen) dabei!

http://www.pouet.net/prod.php?which=30244

Leute die ihrem Prozessor nicht so hundertprozentig vertrauen, lesen vor dem Start besser die ReadMe, um Bildstotterer zu vermeiden.

Montag, 1. Oktober 2007

Gebrüllt vor lachen...

In der aktuellen Ausgabe des Spiegels ist unter der Rubrik "Personalien" eine herrliche Meldung. Ein gewisser Issat Attija, islamischer Gelehrter, hatte eine sehr kreative Idee.
"Um Männer und unverschleierte Frauen in einem Büro im Einklang mit dem islamischen Recht arbeiten lassen zu können, hatte der Ägypter im Mai in einer Fatwa empfohlen, dass Frauen ihren männlichen Arbeitskollegen die Brust zum Stillen geben sollten: Fünfmal müsse die die Frau den Mann stillen, dann würde er symbolisch ihr Verwandter und alle moralischen Bedenken seien aus dem Weg geräumt."
Na, wenn das mal kein Vorschlag ist. Gut, er hat seinen Job als Vorsitzender der Hadith-Abteilung der renommierten Azhar-Universität in Kairo verloren zugunsten eines Nachfolgers, dessen Rechtsgutachten "mit der Logik und der menschlichen Natur kompatibel sind", aber ich finde: für soviel Kreativität sollte man ihm einen Ehren-Lehrstuhl geben. Immerhin bezog er sich dabei auf Quellen aus dem Mittelalter.
Mein Mann hat auch herzlich gelacht. Er meinte allerdings, wenn er das bei sich durchsetzen wollte (er hat fast ausschliesslich Mitarbeiterinnen), dann müsste er jemanden einstellen, der seine Arbeit macht, weil er leider zu nichts mehr käme.
Wunschdenken? Immerhin wollen gewisse Leute ja auch 72 Jungfrauen haben. Offensichtlich vergessen sie dabei, wie zickig und kapriziös Jungfrauen sein können. Erstrebenswert kommt mir das jedenfalls nicht vor, aber gut, jedem das seine....
Jetzt bleibt nur noch das Problem zu lösen, das ja Frauen nicht von Natur aus immer stillen können, aber da hat der Koran eventuell auch einen Vorschlag in petto.

Samstag, 29. September 2007

Arcade Fire - Intervention

Ich bin ergriffen, gepackt, hingerissen, begeistert, entflammt, verzückt... wie es mir schon lange nicht mehr bei Musik passiert ist. Ja, ich kann mit Fug und Recht behaupten, das das schon lange nicht mehr in dieser Intensität der Fall war. Es ist aber auch lange her, das ich derart klug arrangierte Musik erleben durfte, die nicht mit dem üblichen line-up aufwartet, die sich traut, bombastisch, romantisch und ja, kitschig zu sein und dennoch diesen einen, ganz speziellen Nerv trifft. Im Falle dieses Albums ist das ein verzweifelter, ein depressiver Nerv. An dieser Stelle möchte ich Adrien Begrand zitieren (erster Link): On Funeral, Arcade Fire tried to answer grief with fantasy and joy, with astonishing results. Neon Bible, on the other hand, is like that moment several months after your family member passes away, when the denial fades, and the real, true grief sets in. There are no happily-ever-after codas. Such is life. We go at it alone.

Und ich bin nicht alleine. Minimalste Recherche in den Weiten dieses so geliebten Internets offenbaren, das eine Menge anderer Leute ebenso denken. Und das macht es schwer. Soll ich noch einen begeisterten Artikel schreiben über etwas, dass andere schon so viel besser und kompetenter beschrieben haben? Nein, das werde ich nicht tun.
Ich gebe euch stattdessen Musik, und zwar das Stück Intervention (mp3, 6,714 KB), durch das ich auf das Album aufmerksam wurde. Unter dem ersten Link ist noch das Stück "Black Mirror" zum download bereit, sowie weitere Soundproben, wenn man IE oder Firefox nutzt.
Wie immer gilt: Kopfhörer und Unvoreingenommenheit bitte, sowie uneingeschränkte Konzentration. Und damit ihr nicht gar so alleine dasteht, wenn euch weder Titel noch Band etwas sagen, bekommt ihr Links. Links, die sehr sehr gut beschreiben, was da mit einem passiert, während man dieses Album hört, geschrieben von Leuten, die bessere Worte für das finden, was diese Band geschaffen hat. Ein Meisterwerk, nicht mehr und nicht weniger...

Adrien Begrand - Popmatters

Blog "Worte statt Taten"

FAZ.net

Niemals ohne Lyrics!

Intervention

The king's taken back the throne
The useless seed is sown
When they say they're cutting off the phone
I tell 'em you're not home

No place to hide
You were fighting as a soldier on their side
You're still a soldier in your mind
Though nothing's on the line

You say it's money that we need
As if we're only mouths to feed
I know no matter what you say
There are some debts you'll never pay

Working for the Church while your family dies
You take what they give you and you keep it inside
Every spark of friendship and love will die without a home
Hear the soldier groan, "We'll go at it alone"

I can taste the fear
Lift me up and take me out of here
Don't wanna fight, don't wanna die
Just wanna hear you cry

Who's gonna throw the very first stone?
Oh! Who's gonna reset the bone?
Walking with your head in a sling
Wanna hear the soldier sing:
"Been working for the Church while my family dies
Your little baby sister's gonna lose her mind
Every spark of friendship and love will die without a home"
Hear the soldier groan "We'll go at it alone.

I can taste your fear
It's gonna lift you up and take you out of here
And the bone shall never heal
I care not if you kneel

We can't find you now
But they're gonna get the money back somehow
And when you finally disappear
We'll just say you were never here

Working for the church while your life falls apart
Singing halleluiah with the fear in your heart
Every spark of friendship and love will die without a home
Hear the soldier groan, "We'll go at it alone"
Hear the soldier groan, "We'll go at it alone"

Freitag, 31. August 2007

Dürfen wir die Post blöd finden!

Ist doch mal eine gerechtfertigte Frage... Äh, Antwort, äh Zwischendingsda.

Aber eine Frage zu stellen und sie schon vor dem Ende des Satzes, also noch vor dem abschließenden Satzzeichen selbst zu beantworten, ist ein Stück Beamtenmentalität, das so hoffentlich nur in Österreich anzutreffen ist.

Dienstag, 24. Juli 2007

56 - Kaltenbach Open Air

Der Staub lichtet sich, das Klingeln in den Ohren bleibt. Für mich ist das Kaltenbach Open Air 2007 vorüber und gemessenen Schrittes wandle ich zum x-ten Mal an diesem hinter mir liegenden Wochenende den verfluchten Berg hinauf, auf dem nicht nur mein Auto parkt, sondern auch die Zelte aller restlichen Death- und Black-Metal-Verrückten. Was verbleibt, sind Erinnerungen an gute, durchschnittliche, schlechte und grottenschlechte Bands. An seltsame Gestalten in VW-Bussen mit Notstromaggregaten und Spanferkelgrillvorrichtungen. An drei Tage, in denen an jeder Ecke Heavy Metal aus den Lautsprechern dröhnt. Und das unterschwellige, aber sichere Wissen, dass drei Tage Lärm und Gestank in der Wildnis für meine Art des Musikgenusses vorerst ausreichend sind.


Der erste Tag besticht mit dem scheinbar hochkarätigeren Line-Up. Ich habe von mindestens fünf der angesagten Bands schon einmal gehört. Ein Blick auf die Running Order des Tages macht vor allem den nicht so geschulten Jüngern der Subkultur recht schnell klar, dass das Kaltenbach Open Air insgesamt eine etwas familiärere Veranstaltung ist.

Für mich persönlich beginnt das Festival eigentlich erst mit Gorerotted. Britische Sauproleten der allerersten Güteklasse. Von dem Moment an, in dem der Sänger das Mikrophon in die Hand nimmt und erklärt „It’s so beautiful being out here in the woods... And now let’s go get fucking drunk!“, kann kein Zweifel mehr an der Partytauglichkeit der Truppe bestehen. Erwähnenswert wäre da vielleicht noch die eine oder andere Songansage, etwa: „This next song is about something I think we all know. It’s about being eaten alive... by spastics. Song’s called Masticated… by… the Spasticated.”
Ein Brite: ein seltsamer Vogel, zwei Briten: ein Club, drei Briten: ein Saufgelage?
Fairerweise kann man den Jungs keine leere Phrasendrescherei vorwerfen. Ihrer Aufforderung zum Umtrunk sind sie selbst als erste nachgekommen, wie einem spätestens klar wird, wenn man den Bassisten am nächsten Tag irgendwo im Dreck pennen sieht. Den halbvollen Becher lauwarmen Bieres freilich immer noch in der Hand. Ich wage die Vermutung, dass die Jungs ihre Gage gleich vor Ort einem wohltätigen Zweck zugeführt haben.
Irgendwann sind schließlich auch der amüsante Falleri- und Fallera-Humtata-Metal von Týr und die avantgardistischen Poesie-Meisterwerke von Dornenreich samt Opernsängerbackup vorüber und Zyklon betreten die Bühne. Endlich. Jetzt weiß ich, warum ich hier bin. Die Burschen liefern eine einwandfreie Show und sorgen dafür, dass zumindest ich einmal richtig munter werde. Gleichzeitig steuern sie auch den ersten Beitrag zu den Top 3 der von mir erhofften, aber nicht gespielten Nummern bei.

Zyklon – An electric Manner

Legion of the Damned spielen anständigen, schnörkellosen Thrash-Metal und fallen in dem Einerlei aus Black- und Death Metal Bands auf wie der bunte Hund. Seltsamerweise werfen sie aber auch mich damit nicht wirklich um. Schade eigentlich. Wieder hektisches Herumgerenne auf der Bühne, Rigs austauschen und Drums verräumen und dann stehen Belphegor auf der Bühne. Erstklassige Proleten-Death Metal aus Salzburg und nebenbei mein persönlicher Spitzenreiter in Sachen schwachsinnig-proletoid-christenfeindliche Songtexte. Irgendwas davon hier wiederzugeben, würde wahrscheinlich gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, darum verweise ich Interessierte an http://www.darklyrics.com/.
Der intensive Gebrauch breiter Salzburger Mundart in Kombination mit der hochfrequenten Bemühung des Wortes „Fuckers“ (sprich: Fakkaaas) und der Aufforderung zu etwas mehr energischer Bewegung im Publikum verleiht dem Auftritt eine ganz besondere Note. Leider ist das Publikum zu unmotiviert und auch das Zurückspucken giftiger Schimpfwörter seitens der Fans dringt nicht bis zu meinem Platz nach hinten. Getoppt wird das Schauspiel von Belphegor leider nicht durch eine Darbietung des Feuerwerks an Einfalssreichtum, der Hymne „Necrodaemon Terrorsathan“ und somit erklärt sich die Nummer zwei meiner Top 3 an nicht gespielten Nummern ganz von selbst.

Belphegor – Necrodaemon Terrorsathan (live)

Dark Funeral sind die Rausschmeißer des Abends und berühren mich persönlich mit diversen Enthüllungen über Satans Lehrling und die Geheimnisse der Schwarzen Künste trotz ihres großen Namens kein Bisschen. Dann wiederum bin ich aber auch kein besonderer Black Metal-Fan, also hat das vermutlich schon seine Ordnung.


Der zweite Tag fiele prinzipiell stärker nach meinem Geschmack aus. Weniger monotones Hymnengeschrammel, weniger Black Metal. Dafür ungefähr die doppelte Menge an monotonem Gegrunze- im richtigen Umfang mindestens genauso langweilig.
Charisma beweist Sabina Classen von Holy Moses, die zwar überhaupt kein Taktgefühl hat, dafür aber mit ein paar 89er-Jahrgängen im Publikum herumblödelt, samt Einladung auf ihr Hotelzimmer und der Feststellung „Die schaff ich alle fünf!“ Des Weiteren birgt die Erkenntnis, dass das Publikum kollektiv zu dumm für Mitsingspiele ist und die Tonlagen von Peavy Wagner an diesem Abend weder von der Frontfrau des deutschen Thrash Metal-Urgesteins noch von den müden Fans erreicht werden, keine großen Überraschungen mehr.

Kampfar versüßen mir mein Chicken Curry mit etwas mehr „Finde deinen Weg“-Black Metal. Stärkung muss sein, schließlich will man zum Vader-Auftritt gestählt in den vorderen Rängen stehen. Die Erfrischung stimmt, der Preis wird gekonnt übergangen, die vorderen Ränge sind schnell bezogen und Vader... Brauchen siebzig Minuten um ihrerseits den Weg auf die Bühne zu finden. Stellvertretend tanz unterdessen ein einsames Irrlicht auf der Bühne umher. Nein, keine verirrte Fee und auch kein brünftiges Glühwürmchen. Es handelt sich um die Taschenlampe des einzelnen, hemmungslos überforderten Roadies der Band. Sie illustriert herzerwärmend, wie er über die Bühne huscht, nach dem halben Weg kehrt macht, zurücktrippelt, hektisch an Verstärkern herumspielt, den Gitarristen um Hilfe bittet, einen Verstärker austauscht, dazwischen viermal die Richtung wechselt, einmal über sein Schuhband stolpert und mir damit fast ein Magengeschwür beschert. Was lange währt, wird aber doch endlich gut und so betreten Vader die Bühne und geizen nicht mit Präsenz. Peters Stimme lässt sich getrost als bärig bezeichnen und während sich das 35-minütige Set dem Ende zuneigt, reift in meinem Kopf der Gedanke, euch die Top 3 der nicht gespielten Songs des Festivals zu präsentieren. Irgendwo zwischen zwei Blastbeats zerdrücke ich vielleicht eine Träne, weil die Nummer eins doch zu gern live gehört hätte. Vader spielen ihre letzte Nummer und ich mache einen Haken auf meiner Liste, als Peter noch einmal nachsetzt- „Spread your black Wings...“

Vader – Wings

Dienstag, 26. Juni 2007

55 - Iced Earth - Burnt Offerings

Bist du zornig? Sehr?

Das Seltsame ist wohl... Ich bin es gerade nicht. Überhaupt nicht.
Ewig schon wollte ich dir einen ganz bestimmten Song vorspielen, doch der letzte Sommer war viel zu kurz, der Winter viel zu lang und schon hatte ich ihn wieder aus den Augen verloren. Was Sommer und Winter dabei für eine Rolle spielen, fragst du vielleicht. Nun, ich bin mir nicht sicher, ob mein subjektives Gefühl diesbezüglich nachvollziehbar ist, aber wann immer ich den Song höre, drängen sich mir infernale Vorstellungen auf. Feuer, Pech und Schwefel, angekettet an einen steinernen Pfahl, an einem gottlosen Ort. Nur ich und die Sonne, die meine Haut vollkommen ungeachtet ihres niedrigen Stands und ihrer erdrückenden Röte jede Sekunde geißelt, als wäre ich selbst der schlimmste aller Sünder.
Und das bringt mich auch gleich zur zweiten Eigenschaft dieses Songs. Er kanalisiert Zorn. Dachte ich immer. Ein überaus schätzenswertes Attribut, wie ich finde. Jetzt gerade höre ich ihn, und stelle fest, dass er jedoch weit mehr macht, als in längst brodelnden Gewässern Ausbrüche heraufzubeschwören und den so unerträglichen Druck zu mindern. Er funktioniert beinahe wie eine Wünschelrute, weist auf die kleinen Reste elementaren Zorns hin, die sich überall in den tiefen des eigenen Unterbewusstseins sammeln und saugt sie aus ihren finsteren Verstecken hervor. Nur, um schließlich... Was damit zu machen?
Gar nichts. Sieben Minuten und zweiundzwanzig Sekunden lang wühlt er alles auf, was er finden kann und überlässt es der Stille. Und dem darauffolgenden Album. Burnt Offerings von Iced Earth.

Diese Feststellung stellt mich vor eine schwierige Aufgabe. Dieses Album zu repräsentieren, ohne es von der ersten bis zur letzten Minute vorspielen zu können. Dreiundfünfzig Minuten urgewaltiger Klänge, jeder Track birgt sein eigenes Geheimnis und dieser ist der Auftakt.

Donnerstag, 7. Juni 2007

Intergalactic Fuckup - Pt. IV

Prepare to be owned.

Montag, 28. Mai 2007

Intergalactic Fuckup - Pt. III

Those are nihilists. No need to be afraid.
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